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Auswirkung des Bag-Limits –Existenzen sind bedroht

Olaf Neumann ist auf Fehmarn mit seiner Bootsvermietung und seinen Appartements unter fehmarnboote.de eine Institution. Angler aus ganz Deutschland und darüber hinaus kommen jedes Jahr zu ihm auf die Insel, um bei ihm ein Boot zu chartern und ein paar Tage das familiäre Ambiente seiner Appartements zu genießen. Wie stark sind die Auswirkungen des Bag-limits für die Kleinbetriebe und somit für die Tourismusbranche in Ostholstein?
Der Geschäftsführer des DAFV Alexander Seggelke hat mit dem Fehmarner Original ein Interview geführt.

Zwei der insgesamt 12 Boote die Olaf Neumann auf Fehmarn vermietet.A. Seggelke: Seit wann leben sie vom Angeltourismus?
O. Neumann: Seit über 25 Jahren. Ich bin eigentlich Fischer, habe mich aber irgendwann entschieden in die Tourismusbranche zu wechseln. Seitdem habe ich mir hier auf Fehmarn mit http://fehmarnboote.de etwas aufgebaut.

A. Seggelke: Wie viele Boote vermieten sie?
O. Neumann: Zurzeit sind es 12 Boote die ich unterhalte. Bis zu 50 Angler habe ich an guten Tagen auf der Ostsee. Mit oder ohne Bootsführerschein, bei mir hat jeder die Möglichkeit einmal Kapitän zu sein.

A. Seggelke: Bag-Limit und drohende Angelverbote in Schutzgebieten wirken sich sicherlich auf die Nachfrage aus. Können sie das in Zahlen wiedergeben?
O. Neumann: Die Anfragen sind merklich weniger geworden. Es herrscht seit letztem Herbst kein wirklicher Buchungsdruck. Sogar einige Stornierungen sind dabei. Die Leute kommen nicht mehr an die Küste mit der Aussicht nur 5 oder 3 Dorsche fangen zu können. Aus Hamburg oder Niedersachsen vielleicht noch, aber darüber hinaus ist vielen die Aussicht auf ein fischreiches Wochenende mit der jetzigen Regelung genommen. Normalerweise ist das Himmelfahrtswochenende zu dieser Zeit längst ausgebucht. Dieses Jahr sind noch Plätze frei. Genaue Aussagen über finanzielle Einbußen kann ich erst im Juni/Juli machen, aber mit 20-30 % muss ich bestimmt rechnen.

A. Seggelke: Was sind die Konsequenzen für sie persönlich?
O. Neumann: Ich lebe von den Anglern und ich spüre die Konsequenz der neuen Dorschregelung sehr deutlich. Ohne Frage meine Existenz sehe ich hier durchaus gefährdet. Das macht Angst.

A. Seggelke: Welche Informationen haben sie von Mitstreitern und wie sehen sie die Situation für die Region Ostholstein?
O. Neumann: Denen geht es ähnlich. Wer jetzt keine alternativen Einkunftsquellen hat, bekommt derzeit kalte Füße. Was es aber wirklich heißt, wird man erst am Ende des Jahres sehen.
Möglich, dass einige Angler in andere Reviere ausweichen, Polen oder Dänemark. Dort ist es ja weiterhin möglich selber zu Entscheiden wie viel Fisch ein jeder mitnehmen möchte. Diese Einnahmen gehen der Region natürlich verloren. Das wird auch die Region zu spüren bekommen.

Zwei der insgesamt 12 Boote die Olaf Neumann auf Fehmarn vermietet.A. Seggelke: Was sind ihrer Meinung nach mögliche Alternativen?
O. Neumann: Das Bag-limit ist aus psychologischer Sicht das völlig falsche Instrument. Keiner nimmt eine weite Anreise auf sich, mit der Aussicht fünf Fische fangen zu dürfen. Was passiert ist, dass der kleinste Fisch immer wieder über Board geht. Das kann nicht Sinn und Zweck der Sache sein. Es muss ein Umdenken stattfinden. Massenfänge sind doch längst nicht mehr zeitgemäß. Qualität statt Quantität, ein Mindestmaß von 50 cm wäre das Richtige und eine Angelsperre während der Laichzeit könnte ich durchaus vertreten.
Es kommen aber auch immer mehr Gäste, die es auf andere Fischarten abgesehen haben, z.B. Meerforelle, aber auch Köhler und Makrele sind besonders in den Sommermonaten gezielt zu fangen. Im vergangenen Jahr wurden so viele Schollen und Flundern gefangen, das habe ich hier noch nie so erlebt.

A. Seggelke: Sind sie bei der Angeldemo im Rahmen der Fishing Masters auf Fehmarn dabei?
O. Neumann: Selbstverständlich. Zwei Boote von mir werden mitfahren. Den finanziellen Mehraufwand für mich nehme ich in Kauf, in der Hoffnung, dass unser Einsatz bei den Politikern Beachtung findet.

Der DAFV bedankt sich bei Herrn Neumann für das aufschlussreiche Gespräch.


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