• slide1.jpg
  • slide2.jpg
  • slide3.jpg
  • slide4.jpg
  • slide5.jpg
  • slide6.jpg
  • slide7.jpg
  • slide8.jpg

Bestand des Aals in Europäischen Meeresgewässern bietet Grund zur Sorge – Internationaler Rat für Meeresforschung (ICES) fordert weitere Maßnahmen

In einer kürzlich veröffentlichten Empfehlung hat der Internationale Rat für Meeresforschung darauf hingewiesen, dass der Bestandsstatus des Aals in den Europäischen Meeren weiterhin kritisch bleibt und deshalb dringender Handlungsbedarf erforderlich ist. ICES reagierte damit auf eine Anfrage der Europäischen Kommission. Diese hatte sich mit einer Anfrage an das Expertengremium gewendet und um eine Einschätzung über die mit der Fischerei in Verbindung stehenden menschlichen Einflüsse auf den Aalbestand gebeten.

Der ICES bekräftigt seinen bisherigen Rat, dass alle anthropogenen Einflussfaktoren (z. B. Freizeit- und Gewerbe- und Freizeitfischerei, Wasserkraftnutzung, Gewässerverschmutzung), die die Rückwanderung und Fortpflanzung der Blankaale beeinträchtigen, so weit wie möglich gegen null reduziert werden sollten, bis eindeutig belegt ist, dass sowohl die Jungfisch- als auch der Adultbestände wieder zunehmen. Weiter vertritt das Expertengremium u.a. die Auffassung, dass die derzeit vorgeschriebene 50 prozentige Reduktion des Aalfangs oder des gesamten Fischereiaufwands auf Aal nicht genügt um die Ziele der „Gemeinsamen Europäischen Fischereipolitik“ zu erreichen.

Vor diesem Hintergrund hat die EU-Kommission nun die regionalen Fischereibeiräte zur Stellungnahme aufgefordert. Diese sollen vor allem dabei in Betracht ziehen, dass ICES großumfängliche Fangeinschränkungen bis hin zu einem Fangverbot als wirksame Maßnahmen zum Schutz und Aufbau des Aalbestands ansieht und vorschlägt.

Der DAFV hat einen Sitz im Exekutivkomitee des Ostsee Regionalbeirats (BS AC) und wird deshalb versuchen seine Standpunkte in die Stellungnahme des Gremiums einfließen zu lassen. So haben die organisierten Angler in Deutschland schon vor Jahren die negative Tendenz bei der Entwicklung der Aalbestände erkannt, darüber informiert und entsprechende Maßnahmen ergriffen. Über Jahre hinweg wurden, teilweise auch unter zusätzlicher Inanspruchnahme der Fischereiabgabe und von Fördergeldern, beträchtliche eigene finanzielle Mittel aufgewendet um wirkungsvolle Besatzmaßnahmen durchzuführen und aufrechtzuerhalten. Ganz abgehsehen von dem freiwilligen und ehrenamtlichen Einsatz bei der Durchführung solcher und weiterer Rettungsmaßnahmen für den Aal. Besatzmaßnahmen werden derzeit im Rahmen der deutschen Aalmanagementpläne als entscheidender Faktor zur Stützung des Bestands angesehen, was auch aus wissenschaftlicher Sicht bestätigt wird.  

Starke Fangeinschränkungen oder gar ein vollständiges Fangverbot für Angler lehnt der DAFV ab. Es besteht die Gefahr, dass das Interesse an Besatzmaßnahmen seitens der Vereine zurückgeht. Die in den Aalmanagementplänen der EU geforderte Abwanderungsrate ins Meer von 40 % der Blankaale wäre wesentlich schlechter oder gar nicht zu erreichen. Für Angler sind Blankaale nicht interessant, da sie in der Regel keine Nahrung mehr zu sich nehmen. Für den Bestanderhalt sind sie allerdings von hoher Bedeutung und sollten deshalb zum Ziel von Schutzmaßnahmen gemacht werden.

Neben der nachteiligen Befischung des Blankaals sind die Gründe für den Bestandrückgang vielfältig und reichen von der Überfischung von Glasaalen über die Zerstörung der Lebensräume bis hin zu biologischen Feinden. Deshalb können die durchgeführten Besatzaktionen nur als vorübergehende Notmaßnahmen gesehen werden. Zum Erhalt und Aufbau der Bestände sind deshalb neben dem Schutz der Glas- und Blankaale, die Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Gewässer und verlorener Habitate sowie die Verringerung der Sterblichkeit an Wasserkraftanlagen von höchster Priorität.

Der DAFV wird seine Standpunkte zum Schutz des Europäischen Aals in den kommenden Tagen auf der Generalversammlung der European Anglers Alliance (EAA), gegenüber dem Ostseeregionalbeirat (BS AC) und im Gespräch mit den beide Deutschen Europaabgeordneten Ulrike Rodust (SPD) und Werner Kuhn (CDU) in Brüssel ausführlich darstellen.


Vollständige ICES-Meldung (engl.): PDF-Download



AKTUELLES
Nachrichten & Pressemitteilungen
AFZ-Fischwaid
Angeln & Fischen
Termine
Newsletter
DER DAFV
Präsidium & Geschaftsstellen
Landes- und Spezialverbände
Unsere Basis
Verbandsjugend
Satzung
Mitgliedschaften
Gemeinschaftsfischen
Auszeichnungsrichtlinien
Shop
THEMEN & REFERATE
Verschmelzung zum DAFV
Natur- und Umweltschutz
Forschung und Wissenschaft
Tierschutz
Castingsport
Jugend
Meeresangeln
PROJEKTE & AKTIONEN
Fisch des Jahres
Flusslandschaft des Jahres
KONTAKT
Impressum