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Teilerfolg für den Lachs –Ministerium greift Forderungen der Angler auf

Vor der Rheinmündung in die Nordsee wird eine neue Schutzzone von 1,5km eingerichtet.
Vor der Rheinmündung in die Nordsee wird eine neue Schutzzone von 1,5km eingerichtet. Foto: Rijkswaterstaat

DAFV reichte Petition im holländischen Parlament ein.

Berlin, 10 Juli 2020. Der Deutsche Angelfischerverband e.V. hat im Namen von 23 weitere Organisationen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz am 19.11.2019 eine Petition an das holländische Parlament in Den Haag übergeben. Die Petition fordert die kommerzielle Netzfischerei am Haringvlietdamm im Mündungsbereich des Rheins zu überdenken und um die Wandermöglichkeiten von Lachs und anderen Fischen, die zwingend auf die Durchgängigkeit angewiesen sind, zu verbessern.

 

https://www.dafv.de/referate/aktuelles/item/349-dafv-reicht-petition-im-hollaendischen-parlament-ein

Ministerin erhört die Forderungen der Angler am Haringvlietdamm

Seit Anfang 2019 wurde mit der Öffnung der angelehnten Schleusen des Haringvliet begonnen. Damit wurde nach 47 Jahren die Verbindung zwischen Meer und Fluss allmählich wiederhergestellt. Gegenwärtig stört die intensive Fischerei rund um den Haringvlietdamm die Fische erheblich, blockiert ihren Durchgang oder sie enden als Beifang in Fischernetzen.

Nun kündigt Ministerin Carola Schouten (LNV) in einem Brief an das Repräsentantenhaus an, dass sie eine 1.500 Meter lange Schutzzone in der Nähe des Haringvlietdamms einrichten wolle, um international geschützte und gefährdete Wanderfische wie Lachs und Stör am Übergang zwischen Meer und Fluss, besser zu schützen. Mit unserer Petition hatten wir darüber hinaus gründliche, unabhängige Untersuchungen über die Auswirkungen der Zone auf die Erholung von Wanderfischen gefordert.

Optimierung des Schutzes

Wanderfische warten auf den richtigen Moment, um die Schleusen des Haringvliets zu passieren. Der Übergang von Salz- zu Süßwasser und umgekehrt erfordert physiologische Anpassungen der Fische. Es kann Tage bis Wochen dauern, bis die Fische durch die angelehnten Schleusentore des Haringvlietdamms schwimmen können. Eine weiträumige Schutzzone rund um den Haringvlietdamm soll nun dafür sorgen, dass Wanderfische in diesem Zeitraum die nötige Ruhe finden, um sich zu „akklimatisieren“.

Von internationaler Bedeutung

Das Haringvliet ist die Mündung der großen westeuropäischen Flüsse Rhein und Maas und damit das Tor für viele Wanderfische zu den Laichgründen flussaufwärts in Frankreich, Deutschland und der Schweiz. Diese Länder investieren Hunderte von Millionen Euro in Zucht- und Erholungsprogramme für stark bedrohte und international geschützte Wanderfische wie den Lachs. Ein Lachs wird im Fluss geboren, wächst im Meer auf und wandert als erwachsener Fisch jährlich den Fluss hinauf, um sich fortzupflanzen. Neben dem Lachs gibt es noch viele andere Wanderfische, für die das Gleiche gilt, wie z.B. Aal, Maifisch und den Europäischen Stör. Investitionen stromaufwärts werden sich nur dann auszahlen, wenn der Haringvlietdamm eine wirklich „freie“ Durchgängigkeit bietet.