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„Wie Ökostrom den Lachs killt“ – Podcast mit Stefan Netzebandt von der Bild-Zeitung

Im Nachgang der Vorstellung der Informationsbroschüre zum „Fisch des Jahres“ hat Stefan Netzebandt von der Bild Zeitung ein Interview in Form eines Podcast mit Armin Weinbrenner (Vorsitzender vom Verein Wanderfische ohne Grenzen / NASF Deutschland) und Olaf Lindner (Pressesprecher des DAFV) aufgezeichnet. Stefan Netzebandt ist selbst Angler und zeigt sich zu den aktuellen Themen gut informiert.

Stefan Netzebandt ist Redakteur der Bild Zeitung und selbst begeisterter Angler. Foto: Stefan NetzebandtStefan Netzebandt ist Redakteur der Bild Zeitung und selbst begeisterter Angler. Foto: Stefan NetzebandtArmin Weinbrenner verdeutlicht, aus welchen Gründen der Lachs in Deutschland als ausgestorben gilt und warum es die zahlreichen Wiederansiedlungsprojekte immer noch so schwer haben. Die Hörer erfahren, warum Angler Schonzeiten und Mindestmaße beachten und das außer in der Ostsee, in Deutschland schon lange keine Lachse mehr geangelt werden. Dass die Lachse aus Deutschlands Flüssen praktisch verschwunden sind, führt Weinbrenner im Wesentlichen auf zwei Punkte zurück: Die vielen kleinen Wasserkraftwerke machen es dem Lachs unmöglich seine Laichgründe in den Oberläufen der Flüsse zu erreichen und im Nachgang wieder zurück ins Meer abzuwandern. Weinbrenner kritisiert, dass der Strom aus Wasserkraft erhebliche ökologische Schäden verursacht und daher zu Unrecht als „Ökostrom“ bezeichnet wird. Daneben werden große Teile der jungen Lachse von den zahlreichen Kormoranen gefressen, bevor sie überhaupt das Meer erreichen.

Lindner sieht die zahlreichen Initiativen der Angler zur Wiederansiedlung von Lachsen in Deutschland, welche teilweise aus der so genannten Fischereiabgabe finanziert werden, als Investition in die Zukunft. Dabei darf es aber nicht die alleinige Aufgabe der Angler sein, für die enormen Schäden der Vergangenheit aufzukommen. Fische sind weltweit eine begrenzte Ressource. Im Spannungsfeld von notwendigem Schutz und der nachhaltigen Nutzung durch Angler werden auch immer wieder Verbote oder Beschränkungen erlassen. Lindner erläutert die Herausforderungen aus Sicht der Anglerverbände, verdeutlicht aber auch die positiven Effekte, welche Angler zum Schutz der Fischbestände beisteuern.

Verbraucher sollten beim Verzehr von Zuchtlachs bedenken, dass die Zucht der Lachse in industriellen Aquakulturanlagen Parasiten auf Wildfischbestände überträgt. Dazu entkommen jedes Jahr über 500.000 Lachse aus defekten Zuchtanlagen und kreuzen sich mit wilden Lachsen. Für deren Genetik ist das eine fatale Entwicklung.

Das Lachs eine unvergleichliche Delikatesse ist, untermauern die Gesprächspartner am Ende des Podcast mit ihren persönlichen Tipps zur schmackhaften Zubereitung von Wildlachs.

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Letzte Änderung am Dienstag, 14 Mai 2019 19:08
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