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Weltmeisterschaft im Castingsport 2018 in Ronneby/Schweden

Einwerfen vor der Disziplin Gewicht Ziel mit dem 7,5g-Plastikgewicht
Einwerfen vor der Disziplin Gewicht Ziel mit dem 7,5g-Plastikgewicht Klaus-Jürgen Bruder

Weltmeisterschaft im Castingsport 2018 in Ronneby/Schweden

In diesem Jahr fand die Weltmeisterschaft im Castingsport im schwedischen Ronneby statt. Alle Teilnehmer waren in einem großen Kur- und Kongresshotel untergebracht, der Sportplatz befand sich gleich nebenan, verbunden mit einem Parkgelände.

Das Umfeld für eine WM der kurzen Wege war in Ordnung, das Wetter spielte auch mit. Das deutsche Team, betreut von den Bundestrainern Wolfgang Feige-Lorenz und Olaf Schulz, reiste auf dem Landweg rechtzeitig an und unterstützte den Veranstalter auch mit der Auswertung durch Maik Schmidt. Die Organisatoren legten großen Wert auf Willkommenskultur und präsentierten auch ihre Visionen zur möglichen weiteren Entwicklung des Veranstaltungsortes. Erwartungsgemäß gab es auch dieses Jahr auch wieder ein hohes Niveau. Gerade die technisch versierten Werfer meisterten die zeitweilig wechselhaften und auch schwierigen Windbedingungen am besten. Trotzdem waren viele favorisierte Sportler im Finale nicht vertreten und konnten sich dem zu Folge auch nicht durchsetzen.

1. Wettkampftag

Am ersten Tag wurde zum Auftakt nach der feierlichen Eröffnung der Castingsport-Weltmeisterschaften die Disziplin Fliege-Weit Einhand absolviert. Auf 2 Bahnen für die Damen und 6 Bahnen für die Herren wurden in der Qualifikationsrunde die Finalisten für den Samstag ermittelt. Aus dem deutschen Team konnten sich jeweils 2 Sportler für das Finale qualifizieren. An diesem Mittwoch folgte nur noch die abendliche Eröffnung.

2. Wettkampftag

Der 2.Tag begann mit der Disziplin Gewicht Weit 18g mit anschließendem Finale der besten 8 Männer. Überraschend gewann der Tscheche Miloslav Krejci (108,29m) vor dem Schweden Lars-Eric Ericsson. Jens Nagel holte sich mit 105,91 m die Bronzemedaille, Heinz Maire-Hensge wurde Vierter.

Danach stiegen auch wieder die Damen in den Wettkampf ein, es stand das Weitwerfen mit der Multirolle an. Alle unsere Damen waren im Finale der besten 6, und mit 92,25 m holte Sabrina Dürrwald den ersten Titel nach Deutschland. Auch die beiden anderen steigerten sich im Finale, für Christin Pfeiffer gab es mit 88,79 m die Bronzemedaille. Bei den Herren warfen 13 Sportler mit dem 18g-Plastikgewicht und Multirolle über die 100m- Marke. Nur Olaf Ebeling schaffte es ins Finale, wo er Siebenter wurde. Der Spanier Vincente Ferran siegte mit 104,68 m , 44cm vor dem Esten Dimitri Borovkov und dem überraschenden Dritten Dusan Stevanovic aus Slowenien (103,23).

Abschließend folgte noch die Disziplin Fliege Weit Zweihand "Lachsfliege", Ralf Stein war der einzige Finalist aus der deutschen Auswahl und belegte den 7.Platz. Wieder ein tschechischer Sieg, dieses Mal für Jan Bombera, der eine Weite von 78,60m erreichte, mit 3,54m Vorsprung auf den Esten Dimitri Borovkov.

Mit den ersten Siegerehrungen und den ersten Medaillen für die deutsche Mannschaft klang dann der zweite Wettkampftag aus.

3. Wettkampftag

Am Freitag stand das Werfen mit dem 7,5g-Plastikgewicht im Mittelpunkt. Im Weitwerfen mit der Einhand-Rute kamen alle 3 Damen in das Finale, bei den Herren schaffte es nur Jens Nagel. Nach dem Aufbau der gelben Skish-Scheiben wurde klar, dass der kräftig wechselnde Wind eine besondere Herausforderung für alle Werferinnen und Werfer stellen würde. Hier würde vor allem für die Mannschaftswertung eine Vorentscheidung fallen.

Bei Gewicht Skish erzielten bei den Damen unsere beiden Mannschaftswerferinnen 95 bzw. 90 Punkte, Tschechien und die Slowakei verloren dagegen 10 Punkte, die polnische Mannschaft aber sogar 55 Punkte. Bei den Herren erreichte Mannschaftswerfer Ralf Stein nur 75 Punkten, aber die anderen 3 Deutschen warfen mit nur jeweils einem Fehlwurf 95 Punkte. Nur die tschechische Mannschaft konnte das nutzen und holte 15 Punkte auf die Deutschen heraus. Die polnische Mannschaft traf genauso gut wie die deutsche, aber die Slovakei verlor 40 Punkte. Damit rutschte der Vorjahresdritte auf den 4.Platz und musste am Ende dann Polen die Bronzemedaille überlassen.

Das folgende Zielwerfen mit der Multirolle und dem 18g-Gewicht litt unter dem häufigen Seitenwind. Dennoch erzielten einige Werfer beachtliche Resultate. Bei den Frauen siegte wiederum Katerina Markova mit 90 Punkten, vor den punktgleichen Magdalena Kuza (Pol) und Nathali Strauch mit jeweils 75 Punkten. Bei den Herren setzte sich der Schweizer Markus Kläusler mit 95 durch (er hatte im Vorkampf die einzige 100 geworfen) vor dem punktgleichen Jan Kita (Pol). Heinz Maire-Hensge holte sich mit 90 Punkten die Bronzemedaille.

Ungewöhnlich war der Abschluss des Tages mit Gewicht Präzision. Christin Pfeifer konnte sich mit 96 Punkten als eine der Besten für das Finale qualifizieren und so wertvolle Punkte für ihre Mehrkampfwertung sammeln. Die beiden anderen Werferinnen aus dem deutschen Team verfehlten mit 88 bzw. 86 das Finale deutlich. Die deutschen Herren erreichten mit 100 bzw. 98 Punkten zu dritt das Finale. Und das fand ja erst am Samstag statt.

4. Wettkampftag

Der spannende Finaltag begann mit dem Qualifikationsdurchgang für Fliege-Ziel als letzter Mehrkampfdisziplin mit anschließendem Finale. Jeder Treffer oder Fehlwurf entschied jetzt über die Reihenfolge in den Mehrkämpfen und in der Mannschaft.

Träumten die Herren anfangs sogar vom Mannschaftstitel (der Tscheche Josef Luxa erzielte nur 80 Punkte), hatte sich das nach jeweils 85 Punkten von Ralf Stein und Olaf Ebeling erledigt. Aber diese 370 Punkte der 4 deutschen Teamwerfer in dieser Zielwurf-Disziplin reichten für den deutlichen 2.Platz in der Mannschaftswertung. Denn unsere beiden besten Mehrkämpfer erreichten hier die Maximalpunktzahl von 100 Punkten. Jan Meszaros genügten 90 Punkte mit 2 Fehltreffern für den Fünfkampfsieg und auch der Tscheche Jan Bombera blieb fehlerlos und rettete so den Siebenkampferfolg. Aber den Allroundtitel über alle 9 Disziplinen, den konnte Heinz Maire-Hensge niemand mehr nehmen. Überhaupt im Allround: 4 Herren aus Deutschland unter den ersten 6, auch das ist eine stolze Bilanz. Auch die Damen konnten hier die Plätze 2,3 und 8 belegen.

Bei den Damen hätte im Fünfkampf ein Treffer mehr den Titel für Christin Pfeiffer bedeutet, wobei die 3 Fehlwürfe von Katerina Markova nicht zu erwarten waren. Aber der Mannschaftstitel ging dieses Mal schon sensationell deutlich an die deutschen Damen. Und die überglücklichen Slowakinnen katapultieren sich mit ihren 195 Punkten noch an Tschechien (wie Polen je 180 Punkte) vorbei. Die Mehrkämpfe waren entschieden, das Turnier war aber noch nicht vorbei, denn jetzt folgten noch die Finalwettbewerbe der Besten um die Einzeltitel in 5 Disziplinen. Dieses Mal nur auf 4 Bahnen, so dass die Finalisten in 2 Durchgängen antraten, die Besten des Vorkampfes jeweils im 2. Durchgang. 

Fliege-Ziel der Frauen: eine recht langsame Hundert reichte für Jana Bronckova zum Sieg, vor der Polin Polowczyk und Sabrina Dürrwald mit je einem Fehltreffer. Bei den Herren ging es deutlich spannender und schneller zu. Und erneut setzte sich der Vorjahres-Weltmeister, der Schwede Gustav Kransberg mit 100 Punkten in 1:07 Min durch. Die beiden schneller-n Japaner verfehlten mit 1 bzw. 2 Fehlern die Medaillen.

In Fliege-Weit Einhand hatten 2 Frauen aus unserem Team den Endkampf der besten 6 Damen erreicht. Groß war die Freude, als Nathali Strauch aus Haldensleben dabei mit 53,45m die Bestweite erzielte und Weltmeisterin wurde. Bei den Herren waren Erek Kelterer und Heinz Maire-Hensge im Finale dabei. Heinz gelang mit 61,42m ein Wurf, der für die Silbermedaille reichte. Der Titel ging mit 62,30m an Josef Luxa (TCH).

In Gewicht-Präzision war Jens Nagel in der 2.Runde. Bei dem kräftigen böigen Wind ließ er sich für seine 10 Würfe Zeit. Zu Recht, dann alle Würfe landeten auf dem schwarzen Zielkern mit seinen 75cm Durchmesser - und das war der 5. Weltmeistertitel für das deutsche Team, denn 3 weitere Werfer waren zwar schneller als er, hatten aber "nur" 98 Punkte. Christopher und Heinz erreichten jeweils 92 Punkte, wurden 5. und 6.

Nun stand auch noch der Finale in Gewicht Weit 7,5g an. Sabrina Dürrwald holt im Finale mit guten 73,63m Silber, während die Favoritin Katerina Markova mit 78,64 m den Wind für einen Weltrekord nutzen konnte. Das Finale der Herren war noch umkämpfter. Mit sehr guten 79,30m blieb Jens Nagel nur der 4.Platz, während das Spitzentrio ihn noch mit 80-m-Würfen überflügeln konnte. Wieder einmal siegte Dusan Stevanovic aus Slowenien mit großartigen 83,41m.

Christopher Ulrich musste nicht traurig sein, denn er hatte ja noch das Finale in Gewicht-Ziel. Er warf erneut 95 Punkte, nur 2 Werfer erreichten die Höchstpunktzahl und schon hatte er bei seinem WM-Debüt die erste Bronzemedaille. Trost für die slovakische Mannschaft, die so viele Punkte in der Disziplin verloren hatte: der Einzelwerfer Tomas Valasek wurde mit 100 Punkten Weltmeister.

Danach folgte dann der Festabend mit der Siegerehrung der Mehrkämpfe und Mannschaften. Im deutschen Team herrschte natürlich große Zufriedenheit, denn 5 Weltmeistertitel, dazu 7x Silber und 9x Bronze, insgesamt 21 Medaillen sind eine ordentliche Bilanz.

Sonntagmorgen ging es dann zurück, über die E22. Ein Blick auf den berühmten Mörrum zeigte: auch in Schweden war es ein trockener Sommer.

pdfResultate der WM 2018

Klaus-Jürgen Bruder / Wolfgang Feige-Lorenz

Letzte Änderung am Montag, 12 November 2018 23:30