Nachdem in den vergangenen Jahren bereits zwei Renaturierungsprojekte an der Diemel erfolgreich abgeschlossen wurden, stand für das aktuelle Vorhaben ein neuer Ansatz im Mittelpunkt. Während frühere Eingriffe eine gute Basis geschaffen hatten, fehlte stellenweise noch ein wesentlicher Baustein für ein vollständig funktionales Fließgewässerökosystem: die strukturelle Komplexität durch Totholz. Die geplante Komplettierung eines Flussabschnitts der Diemel durch diesen „Baustein" sollte zugleich einen systematischen Wissenstransfer und die Vernetzung überregionaler Akteure initiieren.

Die Akteure beim Austausch fachlicher Grundlagen, Foto: planar e.V., Jens Eligehausen
Wissenstransfer und Netzwerkbildung an Diemel und Rhume
Zwischen November 2025 und Januar 2026 wurde ein gemeinschaftliches Workshop-Format umgesetzt. Unter der Koordination des Planungsnetzwerks für nachhaltige Regionalentwicklung e.V. (planar e.V.) kamen 15 bis 20 engagierte Personen zusammen, um ökologische Theorie in praktische Maßnahmen zu überführen. Die Zusammensetzung des Teams war dabei richtungsweisend. Neben eigenen Fachleuten beteiligte sich der Fario e.V. aus Berlin mit seiner langjährigen Erfahrung im Bereich der Salmonidenhege brandenburgischer Gewässer. Ergänzt wurde die Gruppe zudem durch den Angelsportverein Rüdershausen, der die Erkenntnisse und Maßnahmen künftig an die Rhume in Niedersachsen weitertragen möchte, um auch dieses Flusssystem ökologisch weiterzuentwickeln. Auf diese Weise entstand ein Netzwerk, das neue Impulse in zwei Bundesländern setzt.

Baumaterialien für Strömungslenker und Unterstände, Foto: planar e.V., Jens Eligehausen
Ökologische Wirkung durch einfache Mittel
Im Mittelpunkt der praktischen Arbeiten standen die Installation von Strömungslenkern sowie von Unterständen aus robusten Eichenpfählen. Diese wurden im Gewässerbett verankert und anschließend durch eingeflochtenes Totholz ergänzt. Die Maßnahme führt zu einer deutlichen Erhöhung der Strömungs- und Tiefendiversität, schafft essenzielle Unterstände und fördert geeignete Laichplätze. Trotz ihrer vergleichsweise einfachen Umsetzung entfalten diese Strukturelemente eine hohe ökologische Wirkung. Begleitet wurde das Vorhaben durch eine enge Abstimmung mit der Unteren Wasserbehörde, der Unteren Naturschutzbehörde und dem Wasserverband. Finanziert wurde die Maßnahme durch Ausgleichsgelder der Naturschutzbehörde und steht damit beispielhaft für die erfolgreiche Verbindung von Naturschutz und Praxis.

Neugeschaffene Strukturen im Flussbett verbessern die Lebensräume für Fische und andere Wasserorganismen, Foto: planar e.V., Jens Eligehausen
Impuls für nachhaltige ökologische Entwicklung
Der gemeinsame Workshop fungierte als zentraler Impulsgeber: Er zeigte, wie Renaturierungswissen von erfahrenen Vereinen wie Fario e.V. und planar e.V. direkt an die Basis vor Ort weitergegeben werden kann. Es entstand ein lebendiges Netzwerk, das über die reine Praxisphase hinaus Bestand haben wird. Dabei wurden nicht nur bauliche Maßnahmen umgesetzt, sondern bei den beteiligten Anglern auch Begeisterung geweckt und Fachwissen verankert. Der Workshop legte damit die Grundlage für langfristige ökologische Verbesserungen an Diemel und Rhume.

Strömungslenker schaffen abwechslungsreiche Tief- und Flachwasserbereiche, Foto: planar e.V., Jens Eligehausen
Ein starkes Signal für ehrenamtliches Engagement
Auf Wunsch des planar e.V. wird die Spende in Höhe von 500 Euro dem ASV Rüdershausen zugutekommen. Der Verein war maßgeblich an der Umsetzung des Projekts beteiligt und die gewonnenen Erkenntnisse sollen künftig an der eigenen Pachtstrecke angewendet werden. Die Zuwendung würdigt das ehrenamtliche Engagement und unterstützt die weitere ökologische Entwicklung der Rhume. Das Projekt verdeutlicht die Bedeutung von überregional vernetzter Zusammenarbeit und gemeinsamer Verantwortung, die Angler, Vereine, Forschungsstellen, Behörden und Kommunen für eine nachhaltige Gewässerökologie tragen.

Luftaufnahme des renaturierten Flussabschnitts zeigt die sichtbaren Veränderungen und den Erfolg der umgesetzten Maßnahmen, Foto: planar e.V., Jens Eligehausen
Dank der Spende können wir die im Workshop vermittelten Inhalte künftig in Projekten an der Rhume umsetzen. So tragen wir aktiv zur Verbesserung der Gewässer bei und fördern langfristig die Zusammenarbeit im Naturschutz.
Angler für die Natur
Angler sind über ihre Vereine und Verbände nicht nur zur Nutzung von Fischen berechtigt, sondern als Eigentümer oder Pächter von Fischereirechten auch zu deren Hege und Pflege gesetzlich verpflichtet.
Jahr für Jahr werden deutschlandweit Millionen ehrenamtliche Arbeitsstunden von Anglerinnen und Anglern scheinbar im Verborgenen geleistet. So werden unter Anderem Gewässer renaturiert, Brutplätze für Fische eingerichtet, Maßnahmen zum Artenschutz ergriffen und Ufer vom Müll bereinigt. „Es ist uns ein Anliegen mit dem Projekt Gewässer-Verbesserer das vielfältige ehrenamtliche Engagement der organisierten Anglerinnen und Angler in Deutschland mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.“, so Klaus-Dieter Mau, Präsident des Deutschen Angelfischerverbandes.
Fisherman’s Partner, die Zeitschrift Blinker und der DAFV sagen herzlichen Glückwunsch und wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal bei allen Teilnehmern ganz herzlich für das ehrenamtliche Engagement und die Verdienste um die Hege und Pflege unserer Gewässer bedanken.
Macht mit!
Auch in den folgenden Monaten gibt es wieder einen Gewinner. Auf der Webseite https://gewaesser-verbesserer.de könnt ihr eure Gewässer-Verbesserer-Umweltaktion kurz beschreiben. Unter allen Einsendungen verlosen wir jeden Monat eine Zuwendung von €500 von Fisherman’s Partner für die Vereinskasse. Macht mit! Zeigt uns euer Projekt.
