Der Angler-Verein Neptun e.V. aus der Lutherstadt Wittenberg, welcher dem Kreisanglerverband Wittenberg angeschlossen und über diesen dem Landesanglerverband Sachsen-Anhalt zugeordnet ist, wurde 1959 gegründet und zählt heute 85 Mitglieder, darunter 16 Kinder und Jugendliche. Seit vielen Jahren engagiert sich der Verein für Arten- und Naturschutz in der Region und setzt dabei auf praktische Maßnahmen, Umweltbildung und die aktive Einbindung der Öffentlichkeit. Mit seinem aktuellen Artenschutzprojekt in Abtsdorf zeigt er eindrucksvoll, wie lokales Engagement zum Schutz bedrohter Arten beitragen kann.

Die Karausche (Carassius carassius) steht in Sachsen-Anhalt auf der Roten Liste und wird im Rahmen des Projekts gezielt gefördert, Illustration: DAFV, Eric Otten
Das Artenschutzprojekt Karausche
Im Jahr 2025 startete der Angler-Verein Neptun ein Artenschutzprojekt zur Förderung der Karausche. Die Bestände dieser Art sind stark zurückgegangen, weil geeignete Lebensräume verloren gegangen sind und eingeführte nahe verwandte Fischarten wie der Giebel sich in vielen Gewässern ausbreiten und die heimische Karausche verdrängen. Zwei der drei Weinbergteiche in Abtsdorf wurden für dieses Vorhaben ausgewählt und zu Aufzuchtgewässern entwickelt.

Die Vereinsgewässer bieten optimale Bedingungen für die Zucht der Karausche, Foto: Angler-Verein Neptun e.V.
Die Maßnahmen umfassen die Renaturierung der Teiche, die Reparatur der Mönche sowie die Optimierung der Gewässerbepflanzung. Ziel ist es, stabile Bedingungen für die Zucht zu schaffen und die Fische nach erfolgreicher Aufzucht in geeignete Gewässer der Region auszuwildern. Das Projekt verbindet Artenschutz, ökologische Aufwertung und die Sensibilisierung der Öffentlichkeit.

Lehrtafeln am Naturlehrpfad informieren Besucher über die Karausche und die Bedeutung intakter Gewässerökosysteme, Foto: Angler-Verein Neptun e.V.
Naturlehrpfad rund um die Zuchtgewässer
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist der neu angelegte Naturlehrpfad. Rund um die beiden Zuchtgewässer informieren Lehrtafeln über Artenschutz, Gewässerökologie und die Bedeutung intakter Lebensräume. Der Pfad richtet sich an Kinder, Schulklassen und interessierte Besucher und soll Umweltbildung erlebbar machen.

Naturnahe Strukturelemente wie Totholzhaufen und Reptilienburg verdeutlichen die ökologische Vielfalt rund um das Vereinsgewässer, Foto: Angler-Verein Neptun e.V.
Besonders beliebt sind die ergänzenden Strukturelemente wie ein Totholzhaufen und eine Reptilienburg. Beide dienen als Lebensräume für Insekten, Amphibien und Reptilien und zeigen anschaulich, wie vielfältig und wertvoll naturnahe Strukturen sind.

Die Jugendfeuerwehr besuchte den Lehrpfad und erhielt einen Einblick in die ökologischen Zusammenhänge am Gewässer, Foto: Angler-Verein Neptun e.V.
Der Lehrpfad wird bereits von der örtlichen Grundschule genutzt und stieß bei einem Projekttag auf großes Interesse. Auch die Jugendfeuerwehr besuchte das Gelände und setzte sich dort intensiv mit den Themen des Artenschutzprojekts auseinander.

Vereinsmitglieder stellen neue Lehrtafeln auf und zeigen damit ihr Engagement für Artenschutz und Umweltbildung, Foto: Angler-Verein Neptun e.V.
Mit dem Karauschenprojekt und dem Naturlehrpfad setzt der Angler-Verein Neptun ein starkes Zeichen für den Schutz bedrohter Arten und die Förderung der Umweltbildung. Das Engagement zeigt, wie wichtig lokale Initiativen für den Erhalt der Biodiversität sind und wie Angelvereine aktiv zur Pflege und Verbesserung von Gewässerökosystemen beitragen können.
Wir möchten eine bedrohte Fischart stärken und gleichzeitig Menschen für den Wert intakter Gewässer sensibilisieren. Artenschutz gelingt nur gemeinsam, und jeder Beitrag hilft, unsere Natur für kommende Generationen zu erhalten.
Angler für die Natur
Angler sind über ihre Vereine und Verbände nicht nur zur Nutzung von Fischen berechtigt, sondern als Eigentümer oder Pächter von Fischereirechten auch zu deren Hege und Pflege gesetzlich verpflichtet.
Jahr für Jahr werden deutschlandweit Millionen ehrenamtliche Arbeitsstunden von Anglerinnen und Anglern scheinbar im Verborgenen geleistet. So werden unter Anderem Gewässer renaturiert, Brutplätze für Fische eingerichtet, Maßnahmen zum Artenschutz ergriffen und Ufer vom Müll bereinigt. „Es ist uns ein Anliegen mit dem Projekt Gewässer-Verbesserer das vielfältige ehrenamtliche Engagement der organisierten Anglerinnen und Angler in Deutschland mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.“, so Klaus-Dieter Mau, Präsident des Deutschen Angelfischerverbandes.
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Fisherman’s Partner, die Zeitschrift Blinker und der DAFV sagen herzlichen Glückwunsch und wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal bei allen Teilnehmern ganz herzlich für das ehrenamtliche Engagement und die Verdienste um die Hege und Pflege unserer Gewässer bedanken.
Macht mit!
Auch in den folgenden Monaten gibt es wieder einen Gewinner. Auf der Webseite könnt ihr eure Gewässer-Verbesserer-Umweltaktion kurz beschreiben. Unter allen Einsendungen verlosen wir jeden Monat eine Zuwendung von €500 von Fisherman’s Partner für die Vereinskasse. Macht mit! Zeigt uns euer Projekt.


