Dreimonatiges Aalfangverbot wird 2022 fortgesetzt

Die Ablehnung der ICES Forderung, jeglichen Aalfang zu verbieten, stellt sicher, dass Besatzmaßnahmen in Übereinstimmung mit der EU Aalverordnung auch 2022 fortgesetzt werden können.
Die Ablehnung der ICES Forderung, jeglichen Aalfang zu verbieten, stellt sicher, dass Besatzmaßnahmen in Übereinstimmung mit der EU Aalverordnung auch 2022 fortgesetzt werden können. Foto: DAFV

Berlin, 14.12.2021. Wie heute am 14. Dezember 2021 bekannt wurde, haben sich die Fischereiminister der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union auf die Fortsetzung des 3-monatigen Aal-Fangverbots geeinigt. Die Forderung des Internationalen Rats für Meeresforschung (ICES), jeglichen Aalfang europaweit einzustellen, wurde nicht umgesetzt.

DAFV begrüßt die Entscheidung der Fischereiminister

Der DAFV begrüßt die Einigung der Fischereiminister ausdrücklich, da sie eine Fortführung der europäischen Strategie zum Schutz des Europäischen Aals inklusive der nationalen Aal-Managementpläne gewährleistet. In den nationalen Aalmanagementplänen sind die Maßnahmen zur Wiederauffüllung des Bestands des Europäischen Aals in Übereinstimmung mit der EU-Aalverordnung (Verordnung (EG) Nr. 1100/2007) definiert. Diese Maßnahmen umfassen in Deutschland auch den Besatz mit Jungaalen, der ohne Glasaalfischerei nicht möglich wäre.

Gleichzeitig wird durch die Entscheidung sichergestellt, dass illegale Fänge und Exporte von Glasaalen nach Asien durch die Aufrechterhaltung eines legalen Marktes effektiv gehemmt werden. Der DAFV hatte befürchtet, dass die negativen Effekte eines Fangverbots überwiegen würden. Im Falle eines Fangverbots bestände die akute Gefahr, dass durch die Abwesenheit der Freizeit- und Berufsfischerei, Wilderei und illegale Exporte nach Asien den legalen Markt ersetzen und sehr viel schlimmere Folgen hätten, als ein verantwortungsvoll agierender und gut kontrollierter Markt in Übereinstimmung mit der EU-Aalverordnung.

Position des Ostseebeirats – Baltic Sea Advisory Council (BSAC)

Zur Einbindung der verschiedenen Interessengruppen (Stakeholder) im Rahmen der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) wurden von der Europäischen Kommission regionale Beiräte eingeführt. Für die Angelfischerei in Deutschland ist dabei der Ostseebeirat (Baltic Sea Advisory Council = BSAC) von zentraler Bedeutung. In Bezug auf das vom ICES geforderte Aalfangverbot konnte der BSAC bisher keine gemeinsame Position finden. Allerdings haben sich die BSAC-Mitglieder unter Mitwirkung des DAFV auf gemeinsame Positionen bezüglich illegaler Aalfang und Exportverbot, Gewässerverbauung und andere menschliche Einflüsse sowie die Notwendigkeit einer besseren Datenerhebung, geeinigt.

Wie geht es weiter?

Die Europäische Kommission wird im Jahr 2022 eine umfassende Konsultation mit den Interessengruppen einleiten. Ziel ist die Erarbeitung eines Gesamtkonzepts zur weiteren Verringerung der Aal-Sterblichkeit. Der DAFV wird auch in diesem Prozess dafür Sorge tragen, dass die Interessen der deutschen Angler*innen in Brüssel gehört werden.

Letzte Änderung am Dienstag, 14 Dezember 2021 12:16
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