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Deutscher Angelfischerverband e.V. (DAFV) Logo

Der Runde Tisch Meeresmüll ist ein deutschlandweites Netzwerk, das 2016 von der Bundesregierung, dem Niedersächsischen Umweltministerium und dem Umweltbundesamt gegründet wurde. Ziel des Zusammenschlusses ist es, das Problem des Mülls in Nord- und Ostsee gemeinsam, koordiniert und praxisnah anzugehen.

Der Runde Tisch dient dabei nicht nur als Beratungsplattform, sondern wirkt auch als Impulsgeber für konkrete Maßnahmen und als Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Durch diese breite Vernetzung können Wissen, praktische Erfahrungen und politische Zielsetzungen gezielt zusammengeführt werden. So entstehen Strategien, um Meeresmüll zu vermeiden, bestehende Belastungen zu reduzieren und langfristige Lösungen zu entwickeln.

Die Treffen des Runden Tisches finden je nach Bedarf ein- bis zweimal jährlich statt. Im Jahr 2025 kamen die Teilnehmenden im Februar und im November zusammen – das Novembertreffen stand zudem im Zeichen des zehnjährigen Bestehens des Formats.

Engagement des DAFV

Der DAFV ist seit mehr als fünf Jahren aktives Mitglied am Runden Tisch Meeresmüll und bringt regelmäßig die Perspektive der Angelfischerei ein. Wichtige Themen sind dabei die Abfallentsorgung in der Fischereiindustrie, das Problem der Geisternetze sowie der Ausbau effizienter Recyclingstrukturen in Fischereihäfen.

Mit Initiativen wie dem „Catch and Clean Day“ oder den „Gewässer Verbesserern“ zeigt der DAFV, dass die Angelfischerei nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung ist. Anglerinnen und Angler fühlen sich ihren Gewässern besonders verbunden und leisten einen wichtigen Beitrag dafür, sie sauber und ökologisch gesund zu erhalten.

Entwicklungen 2025: Weniger Müll – aber mehr Plastik

Das zweite Treffen des Runden Tisches im Jahr 2025 fand am 20. November statt. Niedersachsens Umweltstaatssekretärin Anke Dobslaw eröffnete die Sitzung und würdigte die kontinuierliche Arbeit des Netzwerks. Besonders hob sie hervor, dass der Runde Tisch in den vergangenen Jahren gewachsen ist und heute deutlich mehr Akteure – darunter auch Fischerei- und Kunststoffexpert*innen – einbindet.

Im Anschluss präsentierte Stefanie Werner (UBA) aktuelle OSPAR-Daten und Bewertungsergebnisse für 2023. Die Ergebnisse zeigen:

  • Zwischen 2015 und 2020 wurden zwar insgesamt weniger Müllteile an den Stränden gefunden,
  • jedoch bestehen 95 % des Strandmülls aus Kunststoff.
  • In der südlichen Nordsee wiesen 50 % der untersuchten Eissturmvögel über 0,1 g Plastikmüll im Magen auf.
  • Gleichzeitig nahm die Menge an Kunststoffpartikeln in Meeresboden und Sedimenten zwischen 2012 und 2019 deutlich zu.

Diese Befunde verdeutlichen, dass die Problematik nicht nur die Meere, sondern auch Binnengewässer betrifft.

Ein regelmäßiger Tagesordnungspunkt ist zudem die Berichterstattung zum UN-Plastikabkommen. Dr. Axel Borchmann (BMUKN) schilderte den stockenden Verlauf der Verhandlungen – bedingt durch geopolitische Konflikte und den Widerstand einiger ölproduzierender Staaten.

Beiträge aus Berufsfischerei und Angelfischerei

Während in früheren Jahren die Berufsfischerei oft in der Kritik stand, wurde dieses Mal verstärkt auf die fehlenden nachhaltigen Alternativen zu modernen Fischernetzen sowie die unzureichende Recyclinginfrastruktur in vielen Häfen hingewiesen.

Ein Beispiel für positive Entwicklungen ist das Pilotprojekt des Sea Ranger e. V.: Fischer erhalten zusätzliche Einkommensmöglichkeiten, indem sie Küstenbereiche überwachen, ökologische Maßnahmen unterstützen und aktiv bei der Meldung und Bergung von Geisternetzen mitwirken. Projektvertreter Oliver Greve stellte die bisherigen Erfolge vor.

In der abschließenden Diskussionsrunde hatten alle Verbände Gelegenheit zu kurzen Beiträgen. Der DAFV stellte dabei die Projekte „Gewässer Verbesserer“ und „Catch and Clean“ vor und berichtete über die stetig wachsende Beteiligung. Die Resonanz war durchweg positiv: Viele Teilnehmende betonten, dass die Angelfischerei in Deutschland einen wesentlichen Beitrag zur Vermeidung und Entfernung von Plastikmüll in Flüssen, Seen und Küstengewässern leistet.

Deutscher Angelfischerverband e.V. (DAFV)

DeutschlandkarteDer Deutsche Angelfischerverband e.V. setzt sich aus Landes- und Spezialverbänden zusammen und vereint rund 9.000 Vereine mit insgesamt über 500.000 organisierten Mitgliedern. Der DAFV ist der Dachverband der Angelfischer in Deutschland. Er ist gemeinnützig und anerkannter Naturschutz- und Umweltverband. Der Sitz des Verbandes ist Berlin. Er ist im Vereinsregister unter der Nummer 32480 B beim Amtsgericht Berlin Charlottenburg eingetragen und arbeitet auf Grundlage seiner Satzung.

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