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Kurz vor der Entscheidung des EU-Fischereirates über die Ostsee-Fangmöglichkeiten für 2027 liegen neue Daten zum Lachsangeln vor: Nur 1,9 Prozent der 2024 und 2025 vor Rügen mit der Schleppangel gefangenen Lachse stammen aus den bedrohten Wildlachsbeständen der südlichen und mittleren Ostsee. Das hat das Thünen-Institut für Ostseefischerei genetisch untersucht.
Der Deutsche Angelfischerverband (DAFV) sieht darin eine Bestätigung seiner Position: Ein Angelverbot schützt die bedrohten Bestände nicht, trifft aber die Angelfischerei und die Küstenregionen, die vom Angeltourismus leben. Die EU-Kommission schlägt vor, die Freizeitfischerei auf Lachs südlich der Ålandsee 2027 vollständig zu schließen. Der Fischereirat entscheidet am 26. und 27. Oktober 2026 in Luxemburg.
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Vom 10. bis 12. September 2026 trafen sich die europäischen Angelverbände im irischen Cork.
Bei der Generalversammlung der European Anglers Alliance (EAA) in Cork ist die EAA um weitere zwei Mitgliedsverbände aus Frankreich und Estland gewachsen. Aufgrund des großen französischen Verbands Fédération Nationale de la Pêche en France (FNPF) hat sich die Anzahl der Angler innerhalb Mitgliedsverbände nahezu verdoppelt. Während der drei Tage in Irland berieten die verschiedenen Fachgruppen über die Themen, welche das Angeln in Europa gegenwärtig und in der Zukunft bestimmen werden: von der Revision der Wasserrahmenrichtlinie über zukünftige Einschränkungen bei der Verwendung von Blei bis zur Frage, wie sich die Größe und das Alter von Fischbeständen endlich im Fischereimanagement abbilden lassen können.
Die EAA vertritt als Dachverband die Interessen von rund 25 Millionen Anglerinnen und Anglern gegenüber den EU-Institutionen. Der DAFV ist Gründungsmitglied und stellt mit Florian Stein den Vorsitzenden der Fachgruppe Süßwasser sowie ein Mitglied des EAA-Vorstands. Gastgeber der diesjährigen Versammlung war das Angling Council of Ireland.
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Im Rahmen des EU-geförderten Forschungsprojekts EveryFish (https://everyfish.eu/) führt ein Zusammenschluss europäischer Forschungsinstitute derzeit eine Umfrage unter Anglerinnen und Anglern in verschiedenen Ländern in Europa durch. Die Forschenden möchten besser verstehen, wie Anglerinnen und Angler ihre Fänge dokumentieren und welche Erfahrungen sie mit digitalen Anwendungen rund ums Angeln machen. Dabei interessiert sie unter anderem, welche Funktionen bestehender Apps als hilfreich wahrgenommen werden, welche Funktionen bislang fehlen und wie die neue EU-App RecFishing eingeschätzt wird.
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Die Studie des Teams um Niels Jepsen von der Technischen Universität in Silkeborg (DTU Aqua) untersucht erstmals quantitativ den Einfluss von Kormoranen auf junge Dorsche und Flundern in einem offenen Küstengebiet der westlichen Ostsee. Der DAFV verfolgt die Forschungsarbeit von Jepsen seit vielen Jahren und freut sich, ihn für die Ausgabe 1/2026 der AFZ-Fischwaid für ein Interview gewonnen zu haben. Das komplette Interview findet ihr hier ab Seite 40. Darin erläutert Jepsen ausführlich das EU-Projekt ProtectFish, seine 30-jährige Forschungsarbeit zum Thema Kormoranprädation und warum eine Populationskontrolle auf europäischer Ebene notwendig ist, um bedrohte Fischarten zu schützen.
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Freizeitfischerei* im Meer: Bedeutung, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven
*Im weltweiten Kontext wird die Angelfischerei unter dem Begriff „Freizeitfischerei“ geführt. Dazu gehören auch andere fischereiliche Aktivitäten bei denen Speere, Reusen, oder auch Langleinen eingesetzt werden. In Deutschland kann unter der Freizeitfischerei ausschließlich das „Angeln“ verstanden werden.
Die Meeresfreizeitfischerei gehört weltweit zu den beliebtesten Natur- und Freizeitaktivitäten. Rund 300 Millionen Menschen gehen jährlich angeln, davon schätzungsweise über 120 Millionen im Meer. Neben ihrem hohen Freizeitwert erzeugt die Freizeitfischerei erhebliche wirtschaftliche Effekte: Weltweit werden jährlich Milliardenbeträge umgesetzt und zahlreiche Arbeitsplätze in Tourismus, Handel, Boots- und Angelgeräteindustrie geschaffen.
